| Plötzlich und unerwartet verstarb Anfang dieser Woche im Alter von 61 Jahren der Volkskundler, Bauhistoriker und Architekt Karl Baeumerth, der für die Heimatforschung der Region und die Sachkulturforschung in Hessen außerordentlich viel geleistet hat.
Baeumerth wurde in Langen geboren und studierte nach dem Abitur am Dreieich-Gymnasium an der Technischen Hochschule Darmstadt Architektur. Schon damals zeigte sich sein Interesse an der Region. Während Denkmalpflege und anonymer historischer Holzbau im Lehrplan der TH so gut wie nicht vorkamen, motivierte er seine Professoren und Kommilitonen für diese Themen und verfasste maßgetreue, verzerrungsgenaue Bauaufnahmen der "Alten Apotheke" und des "Faselstalls" in Dreieichenhain. Als eine der wenigen von Studenten selbst beantragten Diplomaufgabe bearbeitete er als Abschlußarbeit 1972 den "Ausbau des Langener Waldsees zu einem Freizeitzentrum der Region"; ein Thema, das in Politik und offizielle Planungsämter erst viel später Eingang fand.
|
Obwohl er seit 1974 als Architekt und Bauleiter beruflich mit dem Neubau des Universitätsklinikums "Auf den Lahnbergen" in Marburg beschäftigt war, erlosch sein Interesse an Langen nie. In guter Erinnerung sind seine Mitarbeit an der Konzeption und Einrichtung des Langener Stadtmuseums im Alten Rathaus 1983 und u.a. an den Ausstellungen und Broschüren "Langen und seine Ziegeleien" 1977, "Schloß Wolfsgarten und seine Beziehungen zu Langen" 1978, "Langen im Biedermeier" 1979 und besonders an der ersten umfassenden Werkschau mit Broschüre des Langener Malers Hermann Bahner 1980. Noch vor zwei Wochen war er mit Langener Freunden unterwegs und hat vier bis dahin unbekannte Bahner-Bilder katalogisiert. |