Karl Baeumerth, Dipl.-Ing.

An der Speichwiese 17
D-61267 Neu-Anspach

Tel. 06081 / 42871

Nachruf von Prof. Dipl.-Ing. Architekt Frank Oppermann, Fotos von Marc Strohfeldt

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Langener Wahrzeichen schmückt Marktplatz des Freilichtmuseums Aus dieser Zeit stammen auch seine ersten drei Broschüren zur Langener Stadtgeschichte („Alt-Langen in Bildern“, „Vierröhrenbrunnen“ und „Uhrtürmchen auf dem Lutherplatz“). Mehr als 30 heimatkundliche Artikel zur Region Dreieich sollten folgen. Hier ging es um Bauinschriften, Grenzsteine, Truhen und einen „Himmelsbrief“ aus Langen. Von 1977 bis 1983 zeichnete er zusammen mit seinem Vater als Redakteur und Promotor der Heimatkundezeitschrift für den Westkreis Offenbach „Landschaft Dreieich“ verantwortlich, die damals noch als Loseblattsammlung in der Beilage einer Langener Zeitung erschien.
Plötzlich und unerwartet verstarb Anfang dieser Woche im Alter von 61 Jahren der Volkskundler, Bauhistoriker und Architekt Karl Baeumerth, der für die Heimatforschung der Region und die Sachkulturforschung in Hessen außerordentlich viel geleistet hat.

Baeumerth wurde in Langen geboren und studierte nach dem Abitur am Dreieich-Gymnasium an der Technischen Hochschule Darmstadt Architektur. Schon damals zeigte sich sein Interesse an der Region. Während Denkmalpflege und anonymer historischer Holzbau im Lehrplan der TH so gut wie nicht vorkamen, motivierte er seine Professoren und Kommilitonen für diese Themen und verfasste maßgetreue, verzerrungsgenaue Bauaufnahmen der "Alten Apotheke" und des "Faselstalls" in Dreieichenhain. Als eine der wenigen von Studenten selbst beantragten Diplomaufgabe bearbeitete er als Abschlußarbeit 1972 den "Ausbau des Langener Waldsees zu einem Freizeitzentrum der Region"; ein Thema, das in Politik und offizielle Planungsämter erst viel später Eingang fand.

Obwohl er seit 1974 als Architekt und Bauleiter beruflich mit dem Neubau des Universitätsklinikums "Auf den Lahnbergen" in Marburg beschäftigt war, erlosch sein Interesse an Langen nie. In guter Erinnerung sind seine Mitarbeit an der Konzeption und Einrichtung des Langener Stadtmuseums im Alten Rathaus 1983 und u.a. an den Ausstellungen und Broschüren "Langen und seine Ziegeleien" 1977, "Schloß Wolfsgarten und seine Beziehungen zu Langen" 1978, "Langen im Biedermeier" 1979 und besonders an der ersten umfassenden Werkschau mit Broschüre des Langener Malers Hermann Bahner 1980. Noch vor zwei Wochen war er mit Langener Freunden unterwegs und hat vier bis dahin unbekannte Bahner-Bilder katalogisiert.