Archivalische Nachrichten über Zieglerprodukte sind spärlich und dann nur zufällig bekannt geworden. In den Bürgermeisterrechnungen von Assenheim in der Wetterau werden 1695 Ziegel erwähnt. Um 1715 hören wir, daß von Köppern 1500 "Plättger" ins Rathaus nach Burgholzhausen geliefert wurden. Es waren dies einfache, ornamentlose Ziegelplatten, die zu einem Schüttboden für die Getreidebevorratung auf dem Dachboden Verwendung fanden.
Die ungleich größere Masse von Zieglerwaren, wie sie zum Bau der Häuser der Bauern und einfachen Leute gebraucht wurden, haben solche archivalischen Spuren jedoch nicht hinterlassen. So ist es nicht verwunderlich, daß spezifische Eigenheiten von Zieglerwaren aus diesem Raum weitgehend unbekannt geblieben sind. Erst in jüngster Zeit ist es durch die Aufmerksamkeit von Heimatfreunden gelungen, eine Reihe von Stücken zu bergen, die durch ihre Kennzeichnung mit Stempeln aufgefallen sind. Sie werden in diesem beitrag vorgestellt.