Büsum
Büsumer Deichhausen, Reinsbüttel, Warwen, Warwerort, Wesselburen, Wesselburener Deichhausen, Wöhrden

Name der Insel entwickelte sich aus Biusne, Büsen, Busen, Butzen zu dem heutigen Ortsnamen Büsum. Namensdeutung der Insel Biusne Nach der Landfestwerdung der Insel ging deren Name auf den Ort Norddorf über. In alten Urkunden sind verschiedene Namen für die Insel verzeichnet. Der Mitarbeiter des Schleswig-Holsteinischen Landesarchivs im Schloß Gottorf/Schleswig, Dr. Wolfgang Laur, führt in seinem Ortsnamenslexikon von Schleswig-Holstein und in seinen neuesten Forschungen folgende Namen an: In der ältestesten uns bekannten Urkunde um 1140 wird die Insel Bivsne genannt (Hamb. UBI, 162). Später folgen die Namen Busin (1280), Busen(1281), Buzen(1447). Dr. Laur vermutet, daß der Name Biusna, Biusne, Büsen von biusi herkommt, was Binse heißt. (nordfriesisch Biis, germanisch beuso). Bius/busin würde dann "die Insel, das Land mit Binsen" bedeuten. "Büsum beruht wohl auf einer Angleichung an die an der Eider beginnenden um-Namen friesischer Herkunft wie Drandersum, Olversum oder Wollersum, um so mehr da diese im Niederdeutschen Drandersen, Ollersen oder Wollersen lauten."

(Kurt Schulte: Büsum, Von der Insel zum Nordseeheilbad, Westholsteinischer Verlag Boyens, Heide1989)

Süderdorf
Die älteste Kirche - wahrscheinlich handelte es sich eher um eine Kapelle - hat nach Neocorus up Hudum gestanden. Zu Neocorus Zeiten war Huden der Name einer Sandbank und auch der Name eines Wattstroms, der an der Stelle floß, wo einmal Suederdorp gelegen haben soll...
In der Forschung wird vielfach davon ausgegangen, daß Süderdorf nur eine Lagebezeichnung war, die als passendes Drittes zu Nord- und Mittelsdorf hinzugefügt wurde, und der tatsächliche Name dieses Ortes Hudum gewesen sei. Wie sich zeigt, ist die Existenz eines Süderdorfs nicht als gesichert anzunehmen.
(Katharina Falkson, Die Flurnamen des Kirchspiels Büsum, Wachholtz Verlag, Neumünster 2000)

Mitteldorf
Die zweite Kirche oder Kapelle - oder nach Voigt und wie auch sonst glaubhaft erscheint: die erste - soll in Mitteldorf gestanden haben.
Schröder/Biernatzki beschreiben Middeldorp als "ein kleines Dorf südlich Norddorf im Außendeich", das bis 1558 bereits untergegangen sein soll. Neocorus berichtet von einer Fehde zwischen den Büsumern und Hamburgern, ausgelöst durch die seeräuberische Tätigkeiten der Büsumer, die auf das Jahr 1434 datiert und im Zuge derer die Kirche oder Kapelle in Middelsdorp vernichtet und daraufhin eine neue in Norddorp erbaut worden sei.

Eine amtliche Aufzeichnung aus dem Jahre 1472 bezeugt für das Middeldorper Land eine Größe von 16 Mesesaat, d.h. eine Fläche von ca. 19,8 ha. Eine letzte Nachricht von Mitteldorf gibt das "Büsumer Belassungsbuch", aus dem Neocorus die testamentarische Verfügung eines Bewohners "tho Middelstorpe" aus den Jahre 1482 zitiert.
(Katharina Falkson, Die Flurnamen des Kirchspiels Büsum, Wachholtz Verlag, Neumünster 2000)

Norddorf (das heutige Büsum)
Die dritte bzw. zweite Kirche wurde 1442 in Norddorp (wieder) erbaut, acht Jahre nach der Zerstörung der Middeldorper Kirche oder Kapelle. Bei dieser Ortschaft handelt es sich um das jetzige Büsum, von dem Neocurus berichtet, daß es "verhoehet und gebetert" worden sei, das heißt, durch eine Dorfwurt künstlich erhöht.

Wie auch die Karten Boekels und Waghenaers warscheinlich machen, lag Norddorp am Nordufer der Insel.
(Katharina Falkson, Die Flurnamen des Kirchspiels Büsum, Wachholtz Verlag, Neumünster 2000)

Oester- und Westerdeichstrich
Am Ausgang des 17. Jahrhunderts treten erstmals die beiden Siedlungen Oesterdeichstrich und Westerdeichstrich auf, deren Namen später auf die Köge bzw. Gemarkungen übergegangen sind. Beides sind Siedlungen an den neuen Deichlinien im Norden des Kirchspiels, wie auch die Namen besagen. Der neue Deich, an den Oesterdeichstrich liegt, wurde um 1500 errichtet; der Grovenkoog, an dessen nördlichen Deich Westerdeichstrich entand, 1575-77 eingedeicht.
Deutung: "östliche der beiden Siedlungen am nördlichen Deichabschnitt des Kirchspiels"
Deutung: "westliche der beiden Siedlungen am nördlichen Deichabschnitt des Kirchspiels"
(Katharina Falkson, Die Flurnamen des Kirchspiels Büsum, Wachholtz Verlag, Neumünster 2000)

Büsumer Deichhausen
Büsum, Reinsbüttel, Warwen, Warwerort, Wesselburen, Wesselburener Deichhausen, Wöhrden

Dagegen dürfte Deichhausen 'größere Warf am Deich' erst später angelegt worden sein
(Kurt Schulte: Büsum, Von der Insel zum Nordseeheilbad, Westholsteinischer Verlag Boyens, Heide1989)

Dykhusen ist das heutige Büsumer Deichhausen, das mit Norddorf, heute Büsum, (und einem Teil Wervens in Form Warwerorts?) von der alten Insel übriggeblieben ist. Meier datiert die Gründung der der Ortschaft frühestens auf das 12. Jahrhundert.
Deutung: "Siedlung am Deich"
(Katharina Falkson, Die Flurnamen des Kirchspiels Büsum, Wachholtz Verlag, Neumünster 2000)

Reinsbüttel
Büsum, Büsumer Deichhausen, Warwen, Warwerort, Wesselburen, Wesselburener Deichhausen, Wöhrden

Eine eindeutige Herkunft des Ortsnamens "Reinsbüttel" ist nicht bekannt. Laut Otto Claussen (Flurnamen Schleswig-Holsteins) liegt aber folgende Erklärung nahe: "rein" oder "Rin" bedeutet "Wasserlauf", was sich auf den Wartstrom, der zwischen dem Ort und der Insel Büsum verlief, beziehen könnte. "Büttel" enthält den Grundbegriff "bauen" und ist eine oft gewählte Bezeichnung für Ansiedlungen im 10. Bis 13. Jahrhundert. Folglich könnte man Reinsbüttel übersetzen als "Siedlung am Wasswerlauf". Nis R. Nissen übersetzt "Reinsbüttel" allerdings als "Siedlung des Rein oder Regin"

(Chronik der Gemeinde Reinsbüttel, Gemeinde Reinsbüttel, 1994)

Warwen
Büsum, Büsumer Deichhausen, Reinsbüttel, Warwerort, Wesselburen, Wesselburener Deichhausen, Wöhrden
Werfen, Warfen Warf bedeutet Wurt bzw. Warft auf der Gebäude in der Marsch gebaut wurden. Nach Neocurus ist der Ort 1648 untergangen. Die Bewohner sind nach Warwerort umgesiedelt.

Älteste Nachricht der Lage Wervens liefert uns die Karte Boeckels, auf der Werven südwestlich von Dickhusen und südlich Warwerorts angesetzt wird. Werven mußte infolge der schweren Sturmflut 1717 mitsamt seiner Feldmark ausgedeicht werden. Schon vorher hatte es eine exponierte und gefährdete Lage gehabt, nachdem der Deich zwischen Büsum und Deichhausen im Jahre 1670 rückverlegt wurde, so daß die Ortschaft auf einem "Vorsprung" lag. Neuere Begehungen im Watt ergaben Siedlungsfunde. Die Bewohner errichteten eine neue Siedlung weiter nördlich, das heitige Warwerort. Boysen hält Warwerort für einen übriggebliebenen Teil Werven.
Deutung: "bei den Wurthen"
(Katharina Falkson, Die Flurnamen des Kirchspiels Büsum, Wachholtz Verlag, Neumünster 2000)

Warwerort
Büsum, Büsumer Deichhausen, Reinsbüttel, Warwen, Wesselburen, Wesselburener Deichhausen, Wöhrden

Ort bedeutet urprünglich Spitze. Als Bestanteil in Ortsnamen bezeichnet "Ort" einen Anfangs- oder Endpunkt bzw. eine Spitze. Warwerort, das zu dem untergegangenen Warwen gehört, liegt an einer Spitze der Insel Büsum.
Deutung: "Siedlung am Ende von Werven bzw. der Werver Feldmark."
(Katharina Falkson, Die Flurnamen des Kirchspiels Büsum, Wachholtz Verlag, Neumünster 2000)

Wesselburen
Büsum, Büsumer Deichhausen, Reinsbüttel, Warwen, Warwerort, Wesselburener Deichhausen, Wöhrden

Wesselburen ("Wislingheburen") mit seiner weithin sichtbaren St.-Bartholomäus-Kirche mit dem charakteristischen Dachreiter mit Zwiebelhaube liegt auf einer alten Dorfwurt. Mit Kirche, Markt und nahe gelegenem Kleinhafen bei Norddeich bildete Wesselburen neben Wöhrden das zweite wichtige Zentrum der Dithmarscher Nordermarsch im Mittelalter.
(
HISTOUR-Dithmarschen, Der historisch-touristische Führer, Verlag Boyens & Co, Heide 2003 )

Wesselburener Deichhausen
Büsum, Büsumer Deichhausen, Reinsbüttel, Warwen, Warwerort, Wesselburen, Wöhrden

Wöhrden
Büsum, Büsumer Deichhausen, Reinsbüttel, Warwen, Warwerort, Wesselburen, Wesselburener Deichhausen


Der Ortsname Wöhrden wird zurückgeführt auf die alte Bezeichnung "Oldenwurden" (die alten Wurden). Daraus wurde "Wurden" und daraus der heutige Ortsname "Wöhrden".
"Wurden" bezeichnet, was man heute unter Wurten versteht. Als sich in dem der Küste vorgelagerten Wattengebiet erste Inseln bildeten und diese Grasbewuchs zeigten, machten die Geestbewohner diese Nahrungsquelle für ihr Vieh nutzbar.
Um Süßwasser zu gewinnen, gruben sie in der Mitte der Insel eine Kuhle. Der darin aufgefangene Regen lieferte Trinkwasser für Vieh und Mensch. Mit der ausgehobenen Erde wurde rings um das Wasserloch ein Erdwall aufgeschüttet, zum Schutz vor dem Salzwasser der Nordsee. In einem gewissen Abstand zum Wall wurde dann im Kreis um die Tränke ein Graben ausgehoben und die Erde nach innen geworfen. So entstand in der Mitte ein erhöhter Platz.
Vermutlich im 1. Jahrhundert n. Chr. entstanden auf solchen Erhöhungen die ersten Häuser. Da die Baumaterialien Wind und Wetter nicht allzulange standhielten, planierten unsere Vorfahren die Reste mitsamt dem anfallenden Mist und Müll und bauten darauf das nächste Haus.
Sie wohnten sich hoch; die Wurten entstanden
(www.woehrden.de/geschichte.html)